Wenn das geliebte Haustier stirbt...

...die letzte Reise

Das geliebte Haustier gehen zu lassen, heisst eine grosse Verantwortung zu tragen.

 

Unverständlich ist es für mich, wenn ich höre, dass ein Grossteil der Hunde- und Katzen-Halter den Hund oder die Katze beim Tierarzt abgeben, um sie von ihren Leiden zu erlösen. Statt das geliebten Tier in den Tod zu begleiten aus Angst sich dem Abschiedsschmerz zu stellen, verlassen sie das Tier und überlassen es dem Tierarzt, so muss der Hund oder die Katze mit fremden Menschen aus dem Leben scheiden.

 

Ich handhabe das anders. Wenn ich weiss, dass der Tag naht wo ich meinen geliebten Hund oder die geliebte Katze gehen lassen muss, gebe ich dem Hund oder der Katze Zeit, vielleicht entschlafen sie wenn die Zeit gekommen ist. Für mein Empfinden wird oft zu schnell "eingeschläfert".

Wenn es unumgänglich ist und der Hund oder die Katze Schmerzen hat und leidet, kann man seinem Tier Sterbehilfe ermöglich. (Euthanasie)

Ich bin der Meinung, dass ein guter Tierarzt dem das Tierwohl am Herzen liegt, nach Hause kommt um das geliebte Tier einzuschläfern. Gerade Katzen aber auch viele Hunde haben extremen Stress wenn sie zum Tierarzt müssen und dem möchte ich meine Tiere wenn immer möglich nicht aussetzten, vor allem nicht wenn es ihr letzter Weg ist.

So gibt man dem Hund oder der Katze die Gelegenheit in seiner vertrauten Umgebung im Kreise seiner Familie zu sterben. Man nimmt dem Hund und der Katze den Stress eines Tierarztbesuchs.

Zudem ist es für mich wichtig, dass andere Haustiere die im gleichen Haushalt leben, Abschied nehmen können. Ich lasse den Leichnam in seinem gewohnten Bettchen oder einem ausgepolsterten Karton liegen, so dass andere Haustiere Zugang zum toten Tier haben.

Ich habe auch schon befreundete Hunde die sich fast täglich sahen und sich gerne hatten, eingeladen um Abschied zu nehmen.

Auch für Kinder kann es ein erster Zugang zum Tod sein, als damals unsere Hündin Joy gehen musste war es für meine kleine Tochter heilsam das Bettchen mit Blumen zu schmücken und den toten Hund zu sehen und ihn nochmals zu berühren. Selbstverständlich sollte man seinem Kind in einer solchen Situation beistehen.

Nach einigen Stunden können die anderen Haustiere den Tod riechen und ich habe das Gefühl, dass sie verstehen, anders wenn man das Tier zum Tierarzt bringt und es dann einfach verschwindet...

 

Ich habe alle meine Haustiere kremieren lassen, egal ob Hund, Katze oder Kaninchen.

Das tote Tier wird in der Regel auf Wunsch abgeholt. Man kann aber sogar bei der Kremation dabei sein.

 

Joy's letzte Reise

Als damals unsere Joy gestorben ist hat Cleo (die beiden West Highland Terrier sind ihr Leben lang zusammen gewesen) zuerst nicht begriffen was passiert ist, immer wieder ging sie zu Joys Leichnam, machte sogar Spielaufforderungen. Am Abend als es Futter gab, ist sie freudig in die Küche gekommen, da Joy nicht auch in die Küche kam, ging sie wieder zum Körbchen und konnte gar nicht begreifen wieso Joy nicht zum Essen kommt.

Am anderen Morgen als ich mit Cleo runter ins Wohnzimmer kam, ging Cleo schnurstracks zum Körbchen und hat an Joy gerochen. Ich setzte mich aufs Sofa. Dann ist Cleo ebenfalls aufs Sofa gehüpft und hat sich an mich angekuschelt und dann hat sie angefangen zu zittern, da wusste ich, dass sie es verstanden hat. Von da an ging sie nicht mehr zu Joys Bettchen, später haben wir Joy dann ins Krematoruim gebracht.

Es gibt einem auch selber Zeit Abschied zu nehmen, verlangt es doch einiges an Kraft, sein geliebtes Tier gehen zu lassen.

 

Sie bleibt für immer in unseren Herzen und durfte in Würde sterben.