
Gelegentlich fressen Hunde Gras – zum Beispiel während des Spaziergangs oder beim Freilauf im Garten. Das ist zunächst einmal unproblematisch und gehört zu den normalen Verhaltensweisen eines Hundes.
Hunde fressen Gras unter anderem, um unverdaute Nahrung aus dem Magen-Darm-Trakt
auszuscheiden – man kann dies als eine Art Selbstmedikation verstehen. Häufig wählen sie dafür Gras mit scharfen Halmen oder gezackten Rändern. Diese können die Magenschleimhaut reizen und so Erbrechen auslösen. Auf diese Weise kann unverdaute Nahrung ausgeschieden werden – entweder durch Erbrechen oder später bei der Defäkation.
Man könnte sagen, das Gras wirkt dabei wie eine natürliche Bürste für Magen und Darm.
Doch Hunde fressen Gras nicht nur zur Reinigung. Besonders junges, frisches Gras und zarte Triebe werden oft auch einfach gefressen, weil sie dem Hund schmecken. Gerade im Frühling kann man häufig beobachten, dass Hunde besonders gerne frisches Gras fressen. Vor allem sogenannte Süssgräser, wie beispielsweise die Quecke, werden bevorzugt aufgenommen. Diese jungen Halme enthalten relativ viel Zucker und wertvolle Pflanzenstoffe, was sie für Hunde besonders attraktiv macht.
Wenn ein Hund also gelegentlich an Grashalmen kaut, ist dies in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Viele unserer eigenen Grundnahrungsmittel gehören übrigens ebenfalls zu den Süssgräsern. Dazu zählen zum Beispiel Roggen, Weizen, Hafer, Mais oder Hirse. Weltweit gibt es rund 12’000 verschiedene Arten von Süssgräsern.
Hunde unterscheiden also oft instinktiv zwischen verschiedenen Gräsern:
→ zur Reinigung des Magen-Darm-Trakts
→ oder weil sie schmackhaft sind
Dieses Verhalten ist nicht erlernt, sondern über viele Generationen hinweg entstanden und tief in der Natur des Hundes verankert. Der Hund folgt dabei seinem Instinkt und wählt in der Regel genau das Gras, das er gerade benötigt.
Frisst der Hund allerdings Gras in landwirtschaftlichen Zonen, kann es passieren, dass er eine gehörige Portion "Gift" in Form von Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder Unkrautvernichter aufnimmt.
Die Folge: Dem Hund wird plötzlich übel, er erbricht sich und bekommt unter Umständen Durchfall.
Oft wissen die Besitzer nicht, woher die Symptome kommen, und vermuten andere Ursachen.
→ Meiden Sie insbesondere im Frühjahr Felder, wenn Ihr Hund gerne Gras frisst!
Auch einem Hund kann es schlecht werden – zum Beispiel, wenn er etwas gefressen hat, das ihm nicht bekommt, beim Autofahren oder wenn er Pflanzenschutzmittel aufgenommen hat.
Um den Brechreiz auszulösen und den Magen zu befreien, schlingen einige Hunde eine grössere Menge Gras hinunter.
Tritt dieses Verhalten nur einmalig auf und geht es dem Hund danach wieder gut, ist in der Regel kein Problem anzunehmen.
Wird das Auslösen des Brechreizes durch häufigen Graskonsum jedoch regelmässig wiederholt, kann dies auf ein Verdauungsproblem oder eine Gastritis hindeuten und sollte im Zweifel tierärztlich abgeklärt werden.
→ Achten Sie immer auf den Allgemeinzustand Ihres Hundes.
Übermässiges Fressen von Gras kann auch nach dem Verschlucken eines Fremdkörpers, eines unverdauten Knochens oder eines Kauartikels beobachtet werden.
Die geschluckten Grashalme fördern dabei die Schleimbildung, um das Hochwürgen zu erleichtern oder den Fremdkörper schonend auszuscheiden, ohne die Magen-Darm-Schleimhaut zu verletzen.
Der „Fremdkörper“ kann auch aus verschluckten Haaren bestehen, die besonders während des Fellwechsels in grösserer Menge aufgenommen werden.
In solchen Fällen dem Hund 2-3 Tage die Moroschesuppe füttern!
Ist der Hund unterfordert und gelangweilt, versucht er auf verschiedene Arten, sich selbst zu beschäftigen.
Gerne kauen sie dazu auf etwas herum.
Holzstücke oder Gras sind dabei willkommene «Kauartikel».
Hunde bauen durch das Fressen von Gras Stress ab.
Sogenannte Übersprungshandlungen können sich ebenfalls durch Grasfressen zeigen.
Durch das Kauen werden – wie bei uns Menschen – Endorphine freigesetzt.
Diese körpereigenen Glückshormone wirken stressreduzierend, beruhigend, schmerzlindernd und fördern das Wohlbefinden.
Gleichzeitig können die enthaltenen Zuckerverbindungen einem niedrigen Blutzuckerspiegel entgegenwirken.
So wie wir Menschen manchmal etwas Süsses brauchen, um uns wieder besser konzentrieren zu können.
Oft wird angenommen, dass Hunde Gras fressen, weil sie einen Nährstoffmangel haben.
Diese Theorie wurde untersucht, jedoch konnten bisher keine stichhaltigen Beweise dafür gefunden werden.
Sogenannte Süssgräser können jedoch eine Quelle für Vitamin B (Folsäure) sein – möglicherweise ein Grund, weshalb auch Katzen gerne Gras fressen.
Tiere wissen oft instinktiv, was ihnen guttut.
Auch wenn der Hund sehr durstig ist und kein Wasser zur Verfügung steht, kaut er gerne auf saftigen Gräsern herum.
Gerade in den warmen Jahreszeiten oder bei längeren Ausflügen sollte dem Hund daher immer ausreichend Wasser angeboten und genügend Pausen eingeplant werden.
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