Diabetes bei Katzen – Ursachen, Symptome und natürliche Unterstützung

Diabetes mellitus bei Katzen – ein Schreckmoment für viele Katzenhalter

Die Diagnose Diabetes mellitus ist für viele Katzenbesitzer zunächst ein grosser Schock. Danach geben sich viele Halter vollumfänglich in die Hände der Tiermedizin.

 

Diätfuttermittel, tägliche Blutzuckermessungen und das Spritzen von Insulin gehören plötzlich zum Alltag. Für viele Katzenhalter ist dies eine grosse Belastung – und leider sind unsere Samtpfoten oft keine geduldigen Patienten und lassen die Prozeduren nur widerwillig über sich ergehen.

Blutzuckermessung Katze| hundkatzeschmaus.ch

Katzen Diabetes Typen

Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes

Typ-1-Diabetes

  • Die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr.

Typ-2-Diabetes

  • Der Körper reagiert nicht mehr ausreichend auf das vorhandene Insulin.

Bei Katzen tritt fast ausschliesslich der Typ-2-Diabetes auf. Dieser wird auch als nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus bezeichnet.

Was passiert bei Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Hormonstörungen bei Katzen – und die Zahl der betroffenen Tiere nimmt seit Jahren deutlich zu.

 

Die Krankheit ist durch zwei wesentliche Merkmale gekennzeichnet:

 

1. Insulinresistenz

Die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig auf das Hormon Insulin. Normalerweise transportiert Insulin den Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen, damit diese Energie erhalten.

 

Durch die Insulinresistenz bleibt der Zucker jedoch grösstenteils im Blut – es kommt zur

sogenannten Überzuckerung.

 

2. Schädigung der Bauchspeicheldrüse

Mit der Zeit werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt. Dadurch entsteht ein Insulinmangel, weshalb Insulin später als Medikament zugeführt werden muss.

Blutzuckermessung und Insulin

Uebergewichtige Katze | hundkatzeschmaus.ch

Der Blutzuckerspiegel muss vor dem Spritzen regelmässig kontrolliert werden.

 

Wichtig:

  • Nicht zu wenig Insulin
  • Auf keinen Fall zu viel Insulin

Eine Überdosierung kann für die Katze lebensgefährlich werden.

 

Mittlerweile gibt es auch für Katzen moderne Sensoren zur kontinuierlichen Glukosemessung.

Diabetes und andere Erkrankungen

Cushing-Syndrom

Bei Katzen mit dem seltenen Cushing-Syndrom liegt in rund 80 % der Fälle zusätzlich Diabetes mellitus vor.

Warum erkranken Katzen an Diabetes?

Fleischfresser Katze | hundkatzeschmaus.ch

Die Wissenschaft geht davon aus, dass Diabetes bei Katzen entweder durch:

  • eine gestörte Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse
  • oder durch eine Insulinresistenz entsteht.

Übergewicht und Bewegungsmangel

Als mögliche Ursachen werden häufig genannt:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • falsches Futter
  • zu energiereiches Futter

Die Rolle der Ernährung

Diabetes als sogenannte „Zivilisationskrankheit“

Was oft kaum thematisiert wird, ist die Qualität der Nahrung. Viele Futtermittel wirken auf den ersten Blick hochwertig. Die Verpackungen versprechen Gesundheit und Ausgewogenheit – doch die tatsächlichen Inhaltsstoffe sehen häufig anders aus.

Industriell verarbeitetes Katzenfutter

Viele Futtermittel enthalten:

  • minderwertige Kohlenhydrate
  • isolierte Proteine
  • Konservierungsstoffe
  • Geschmacksverstärker
  • Zucker
  • künstliche Zusatzstoffe

Zwischen Ernährung und Stoffwechselerkrankungen besteht ein enger Zusammenhang. Diabetes mellitus wird deshalb zunehmend auch bei Katzen als sogenannte „Zivilisationskrankheit“ betrachtet.

 

Ähnlich wie beim Menschen nehmen Erkrankungen wie:

  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Allergien
  • Verdauungsprobleme
  • Nieren- und Lebererkrankungen

immer stärker zu. Ein wichtiger Faktor dabei ist die moderne, stark verarbeitete Ernährung, die oft wenig mit der natürlichen Nahrung eines Fleischfressers gemeinsam hat.

 

Die Katze ist von Natur aus auf eine protein- und fleischreiche Ernährung ausgelegt. Hochverarbeitete Futtermittel mit einem hohen Anteil an ungeeigneten Kohlenhydraten und künstlichen Zusatzstoffen können den Stoffwechsel langfristig belasten.

Die Katze ist ein Fleischfresser

Der natürliche Bedarf der Katze

Die Katze als Jaegerin | hundkatzeschmaus.ch

Die Katze ist – wie ihre wilden Vorfahren – ein reiner Fleischfresser (Karnivore).

 

Zu ihrer natürlichen Nahrung gehören:

  • Mäuse
  • Vögel
  • Kaninchen
  • Reptilien
  • Amphibien
  • Insekten

Über diese Beutetiere deckt die Katze ihren Bedarf an:

  • Proteinen
  • Fett
  • Vitaminen
  • Mineralstoffen
  • Enzymen
  • Ballaststoffen

Der Verdauungstrakt hat sich kaum verändert

Auch wenn sich das Aussehen der Hauskatze verändert hat, ist ihr Verdauungssystem bis heute nahezu gleich geblieben.

 

Der Organismus benötigt viele tausend Jahre, um sich an völlig neue Nahrung anzupassen. Industriell verarbeitetes Katzenfutter existiert jedoch erst seit wenigen Jahrzehnten.


Mögliche Folgen ungeeigneter Ernährung

Immer häufiger treten bei Haustieren sogenannte Zivilisationskrankheiten auf, darunter:

  • Diabetes
  • Allergien
  • Hautprobleme
  • Nieren- und Lebererkrankungen
  • Gelenkbeschwerden
  • Immunschwächen
  • Wachstumsstörungen

Was können Sie bei Diabetes Ihrer Katze tun?

Insulin niemals abrupt absetzen

Wichtig:

Insulin darf niemals plötzlich abgesetzt werden.

 

Dies kann für die Katze schwerwiegende Folgen haben.

 

Natürliche Ernährung als Unterstützung

Viele Katzen profitieren von einer Umstellung auf natürliche, artgerechte Nahrung.

 

Je nach Gesundheitszustand kann sich der Insulinbedarf mit der Zeit reduzieren. Manche Katzen benötigen später deutlich weniger oder sogar kein Insulin mehr.

Die Umstellung auf natürliche Nahrung

Geduld ist wichtig

Rohfütterung Katze | hundkatzeschmaus.ch

Die Umstellung auf natürliche Nahrung erfordert oft Geduld.

 

Industrielles Futter enthält häufig:

  • Geschmacksverstärker
  • Zucker
  • Lockstoffe
  • Salze

Fehlen diese Stoffe plötzlich, reagieren manche Katzen zunächst mit Ablehnung oder regelrechtem „Entzug“.

 

Eine langsame und behutsame Umstellung ist daher besonders wichtig.

Ist Diabetes bei Katzen heilbar?

Eine gut eingestellte Katze mit Diabetes kann viele Jahre mit hoher Lebensqualität leben.

 

Etwa 50 % der behandelten Katzen gelangen innerhalb einiger Monate in eine sogenannte Remissionsphase und benötigen zeitweise kein Insulin mehr.

 

Eine artgerechte Ernährung kann dabei eine wichtige unterstützende Rolle spielen.


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Nicole Werdenberg

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