Koprophagie beim Hund – Warum Hunde Kot fressen

Warum fressen Hunde Kot?

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Einige Hunde fressen gelegentlich Kot. Für uns Menschen ist dieses Verhalten verständlicherweise unangenehm oder sogar ekelerregend. Allerdings kann das sogenannte Koprophagie-Verhalten verschiedene Ursachen haben – und ist in vielen Fällen sogar ein natürliches Verhalten.

Karnivoren nehmen in der Natur häufig auch den Darminhalt ihrer Beutetiere auf. Deshalb ist das Fressen von Kot nicht grundsätzlich unnormal, sondern teilweise instinktiv bedingt.

 

Natürliches Verhalten bei Hündinnen und Welpen

Hündinnen nach der Geburt

Ein völlig normales Verhalten zeigt sich bei Hündinnen nach der Geburt ihrer Welpen. In den ersten Tagen reinigen sie das Lager, indem sie die Ausscheidungen der Welpen aufnehmen. Dadurch bleibt die Umgebung sauber und geruchsarm.

Welpen und Junghunde entdecken ihre Umwelt

Welpen und Junghunde erkunden ihre Umwelt mit Maul und Nase. Dabei probieren sie viele Dinge aus, die eigentlich nicht auf ihrem Speiseplan stehen – darunter auch Kot, Abfälle oder andere ungewöhnliche Dinge.

Gerade bei jungen Hunden scheint dieses Verhalten dem Aufbau einer gesunden Darmflora zu dienen.

Warum riecht Kot für Hunde attraktiv?

Für Hunde riechen Ausscheidungen nicht automatisch unangenehm. Im Gegenteil: Durch sogenannte flüchtige Fettsäuren, die bei bakteriellen Verdauungsprozessen entstehen, wirkt Kot für viele Hunde sogar interessant oder attraktiv.

Besonders Pferdeäpfel enthalten zudem noch verwertbare Nährstoffe – und scheinen für viele Hunde schlicht „lecker“ zu sein.

Der Fachbegriff für das Fressen von Kot lautet übrigens Koprophagie.

Einfluss von Futter und Zusatzstoffen

Viele konventionelle Futtersorten enthalten Lockstoffe oder Aromastoffe, die auch wieder ausgeschieden werden. Dadurch kann Kot für manche Hunde zusätzlich interessant riechen.

Darmflora und Mikrobiom als wichtige Ursache

Der Hund handelt oft instinktiv

Ein häufiger Grund für Koprophagie liegt im Bedürfnis des Hundes, sein Mikrobiom zu unterstützen.

Gerade nach:

  • chemischen Entwurmungen
  • Antibiotikagaben
  • Magen-Darm-Erkrankungen

kann die Darmflora stark belastet sein. Hunde versuchen dann instinktiv, ihre Darmbakterien wieder anzureichern.

Warum das Mikrobiom so wichtig ist

Etwa 80 % des Immunsystems sitzen im Darm. Die Gesamtheit aller Mikroorganismen – also Bakterien, Viren und andere Mikroben – bezeichnet man als Mikrobiom.

 

Ist dieses Gleichgewicht gestört, kann sich das negativ auf:

  • Immunsystem
  • Verdauung
  • Haut
  • Verhalten
  • allgemeines Wohlbefinden

auswirken.

 

Beim Menschen werden heute sogar erfolgreich Stuhltransplantationen eingesetzt, um Darmprobleme zu behandeln. Hunde handeln hier häufig instinktiv.

Unterstützung durch Darmaufbau

Ein gezielter Darmaufbau kann helfen, die Darmflora zu stabilisieren und das Kotfressen zu reduzieren.

Beispielsweise berichten viele Hundehalter über gute Erfahrungen mit:

  • naVita Darm-Sana
  • Herbs4
  • naVita Petmare

Aufmerksamkeit verstärkt das Verhalten

Kotfressen = volle Aufmerksamkeit

Oft wird das Verhalten unbeabsichtigt vom Menschen verstärkt.

Sobald der Hund einen Kothaufen entdeckt, reagieren viele Halter sofort:

  • hektisch
  • laut
  • emotional
  • mit starker Aufmerksamkeit

Der Hund lernt dadurch schnell:

 

„Interessant! Der Kackhaufen scheint auch für mein Frauchen oder Herrchen spannend zu sein.“

 

Zusätzlich erhält er in diesem Moment die volle Aufmerksamkeit seines Menschen – was das Verhalten weiter verstärken kann.

Mögliche Ursachen für Koprophagie

Häufige Gründe

Geschädigte Darmflora

Viele Hunde werden regelmäßig chemisch entwurmt. Dies kann die Darmschleimhaut belasten und die Darmflora beeinträchtigen.

 

Der Hund versucht dann möglicherweise instinktiv, seine Darmflora zu regenerieren.

 

Lockstoffe im Futter

Zusatzstoffe im Hundefutter können dazu führen, dass Kot besonders intensiv riecht und dadurch attraktiv wirkt.

 

Nährstoffmangel

In seltenen Fällen steckt ein Nährstoffmangel hinter dem Verhalten.

 

Erlerntes Verhalten

Manche Hunde lernen schnell, dass Kotfressen Aufmerksamkeit bringt – und wiederholen das Verhalten deshalb bewusst.

Was kann man dagegen tun?

Positive Verstärkung

Du kannst mit positiver Verstärkung arbeiten:

  • hochwertige Leckerli
  • Spielzeug
  • Umorientierung auf dich

Wichtig dabei: Die Belohnung muss für den Hund attraktiver sein als der gefundene Kothaufen.

 

Achtung

Wird jeder Kothaufen automatisch mit einem Leckerli verknüpft, kann es passieren, dass der Hund künftig bei jedem Haufen stehen bleibt und eine Belohnung erwartet.

Konsequente Grenzen setzen

Ebenso wichtig ist eine klare und konsequente Führung.

Der Hund sollte lernen:

 

  • Der Kothaufen ist tabu.
  • Du entscheidest, was aufgenommen wird.
  • Der Hund wird ruhig und konsequent vom Kot weggeführt.

Wichtig dabei:

  • ruhig bleiben
  • nicht schreien
  • nicht hektisch ziehen
  • konsequent handeln

Konsequenz ist dabei entscheidend. Uneinheitliche Reaktionen verwirren den Hund eher, als dass sie helfen.

Fazit

Koprophagie ist bei Hunden kein ungewöhnliches Verhalten und hat häufig natürliche oder gesundheitliche Ursachen. Besonders junge Hunde handeln oft instinktiv.

 

Wichtig ist:

  • die Ursache zu verstehen
  • die Darmgesundheit zu unterstützen
  • ruhig und konsequent zu reagieren
  • unerwünschtes Verhalten nicht unbeabsichtigt zu verstärken

Mit Geduld, Training und einem gesunden Darm lässt sich das Verhalten bei vielen Hunden deutlich verbessern.

 

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