Einige Hunde fressen gelegentlich Kot. Für uns Menschen ist dieses Verhalten verständlicherweise unangenehm oder sogar ekelerregend. Allerdings kann das sogenannte Koprophagie-Verhalten verschiedene Ursachen haben – und ist in vielen Fällen sogar ein natürliches Verhalten.
Karnivoren nehmen in der Natur häufig auch den Darminhalt ihrer Beutetiere auf. Deshalb ist das Fressen von Kot nicht grundsätzlich unnormal, sondern teilweise instinktiv bedingt.
Ein völlig normales Verhalten zeigt sich bei Hündinnen nach der Geburt ihrer Welpen. In den ersten Tagen reinigen sie das Lager, indem sie die Ausscheidungen der Welpen aufnehmen. Dadurch bleibt die Umgebung sauber und geruchsarm.
Welpen und Junghunde erkunden ihre Umwelt mit Maul und Nase. Dabei probieren sie viele Dinge aus, die eigentlich nicht auf ihrem Speiseplan stehen – darunter auch Kot, Abfälle oder andere ungewöhnliche Dinge.
Gerade bei jungen Hunden scheint dieses Verhalten dem Aufbau einer gesunden Darmflora zu dienen.
Für Hunde riechen Ausscheidungen nicht automatisch unangenehm. Im Gegenteil: Durch sogenannte flüchtige Fettsäuren, die bei bakteriellen Verdauungsprozessen entstehen, wirkt Kot für viele Hunde sogar interessant oder attraktiv.
Besonders Pferdeäpfel enthalten zudem noch verwertbare Nährstoffe – und scheinen für viele Hunde schlicht „lecker“ zu sein.
Der Fachbegriff für das Fressen von Kot lautet übrigens Koprophagie.
Viele konventionelle Futtersorten enthalten Lockstoffe oder Aromastoffe, die auch wieder ausgeschieden werden. Dadurch kann Kot für manche Hunde zusätzlich interessant riechen.
Ein häufiger Grund für Koprophagie liegt im Bedürfnis des Hundes, sein Mikrobiom zu unterstützen.
Gerade nach:
kann die Darmflora stark belastet sein. Hunde versuchen dann instinktiv, ihre Darmbakterien wieder anzureichern.
Etwa 80 % des Immunsystems sitzen im Darm. Die Gesamtheit aller Mikroorganismen – also Bakterien, Viren und andere Mikroben – bezeichnet man als Mikrobiom.
Ist dieses Gleichgewicht gestört, kann sich das negativ auf:
auswirken.
Beim Menschen werden heute sogar erfolgreich Stuhltransplantationen eingesetzt, um Darmprobleme zu behandeln. Hunde handeln hier häufig instinktiv.
Ein gezielter Darmaufbau kann helfen, die Darmflora zu stabilisieren und das Kotfressen zu reduzieren.
Beispielsweise berichten viele Hundehalter über gute Erfahrungen mit:
Oft wird das Verhalten unbeabsichtigt vom Menschen verstärkt.
Sobald der Hund einen Kothaufen entdeckt, reagieren viele Halter sofort:
Der Hund lernt dadurch schnell:
„Interessant! Der Kackhaufen scheint auch für mein Frauchen oder Herrchen spannend zu sein.“
Zusätzlich erhält er in diesem Moment die volle Aufmerksamkeit seines Menschen – was das Verhalten weiter verstärken kann.
Geschädigte Darmflora
Viele Hunde werden regelmäßig chemisch entwurmt. Dies kann die Darmschleimhaut belasten und die Darmflora beeinträchtigen.
Der Hund versucht dann möglicherweise instinktiv, seine Darmflora zu regenerieren.
Lockstoffe im Futter
Zusatzstoffe im Hundefutter können dazu führen, dass Kot besonders intensiv riecht und dadurch attraktiv wirkt.
Nährstoffmangel
In seltenen Fällen steckt ein Nährstoffmangel hinter dem Verhalten.
Erlerntes Verhalten
Manche Hunde lernen schnell, dass Kotfressen Aufmerksamkeit bringt – und wiederholen das Verhalten deshalb bewusst.
Du kannst mit positiver Verstärkung arbeiten:
Wichtig dabei: Die Belohnung muss für den Hund attraktiver sein als der gefundene Kothaufen.
Achtung
Wird jeder Kothaufen automatisch mit einem Leckerli verknüpft, kann es passieren, dass der Hund künftig bei jedem Haufen stehen bleibt und eine Belohnung erwartet.
Ebenso wichtig ist eine klare und konsequente Führung.
Der Hund sollte lernen:
Wichtig dabei:
Konsequenz ist dabei entscheidend. Uneinheitliche Reaktionen verwirren den Hund eher, als dass sie helfen.
Koprophagie ist bei Hunden kein ungewöhnliches Verhalten und hat häufig natürliche oder gesundheitliche Ursachen. Besonders junge Hunde handeln oft instinktiv.
Wichtig ist:
Mit Geduld, Training und einem gesunden Darm lässt sich das Verhalten bei vielen Hunden deutlich verbessern.
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