Die gute Nachricht vorneweg: Ein gesunder Welpe wird früher oder später stubenrein. Manche Hunde lernen es innerhalb weniger Tage, andere brauchen mehrere Monate. Genau wie bei Babys gibt es grosse Unterschiede.
Wichtig ist vor allem Geduld, Verständnis und Konsequenz. Viele Probleme entstehen nicht, weil der Hund „extra“ in die Wohnung macht, sondern weil seine Blase noch nicht vollständig kontrolliert werden kann.

Welpen haben anfangs noch keine Kontrolle über ihre Blase und ihren Darm. Die Schliessmuskeln müssen sich erst entwickeln. Körperlich möglich wird echte Kontrolle oft erst ab etwa der 14. Woche. Deshalb ist Stubenreinheit vor allem Fleissarbeit und Übungssache.
Viele Halter denken irgendwann:
„Der Hund macht das extra“ oder „Der will mich ärgern“.
Das stimmt nicht. Der Welpe kann es schlicht noch nicht besser.
Suche bereits vor dem Einzug des Welpen einen ruhigen Platz in der Nähe deiner Wohnung aus. Ideal ist ein weicher Untergrund wie:
Welpen sollten möglichst nicht lernen, sich auf Gehwegen oder Asphalt zu lösen.
Wichtig: Möglichst wenig Ablenkung
Viele Welpen sind draussen extrem abgelenkt:
Der Welpe nimmt oft viel mehr wahr als wir Menschen. Gerade sensible Hunde fühlen sich draussen anfangs noch unsicher.
Das führt häufig dazu, dass man:
und der Welpe sofort in die Wohnung macht
Das ist kein Trotz. Zuhause fühlt sich der kleine Hund sicherer.
Viele Welpen sind anfangs sogenannte „Schönwetterhunde“. Regen, Wind oder nasser Boden sind für sie völlig neu und oft unangenehm. Manche Welpen verweigern dann draussen partout ihr Geschäft und möchten lieber sofort wieder ins Trockene.
Das ist völlig normal. Der kleine Hund kennt Regen oft noch gar nicht und fühlt sich unsicher oder unwohl.
Hier braucht es vor allem Geduld
Wichtig ist:
Ein Regenschirm kann dabei tatsächlich sehr hilfreich sein. Viele Welpen fühlen sich wohler, wenn sie nicht komplett nass werden und etwas geschützter stehen können.
Gerade sensible Hunde brauchen manchmal etwas länger, bis sie lernen:
„Auch bei schlechtem Wetter darf und kann ich mich draussen lösen.“
Bleibe geduldig und konsequent – auch diese Phase geht vorbei.
Gerade am Anfang solltest du immer denselben Lösungsplatz aufsuchen. Dadurch entstehen Routine, Sicherheit und Vertrauen.
Das sind aber nur Richtwerte. Jeder Hund ist unterschiedlich.
Gehe immer mit dem Welpen raus:
Wenn der Welpe schnüffelt oder im Kreis läuft, musst du SOFORT reagieren – das sind fast immer sichere Zeichen, dass er sich gleich lösen muss.
Wenn du merkst, dass der Welpe dringend raus muss:
Sofort handeln
Nimm ihn ruhig auf den Arm und bringe ihn direkt zu seinem Lösungsplatz.
Das ist hilfreich, weil Welpen auf dem Arm meistens nicht machen. So verhinderst du Missgeschicke viele auf dem Weg nach draussen.
Sobald der Welpe „bisselt“, sag ruhig das Wort, welches du später verwenden möchtest, zum Beispiel:
Dasselbe gilt für das grosse Geschäft.
Warum ist das hilfreich?
Der Hund verbindet das Wort mit der Tätigkeit. Später kannst du dadurch oft erreichen, dass der Hund sein Geschäft schneller erledigt – besonders praktisch, wenn es einmal eilt.
Aber wichtig:
Das braucht:
Wenn der Welpe draussen sein Geschäft macht:
Freue dich mit ruhiger Stimme, aber mache kein riesiges Theater daraus.
Vor allem nachts gilt:
Je mehr „Ramba-Zamba“ du veranstaltest, desto eher denkt der Welpe:
„Jetzt ist Spielzeit!“
❌ anschreien
❌ schimpfen
❌ den Hund in die Hinterlassenschaft drücken
❌ bestrafen
Der Welpe versteht nicht, warum du wütend bist. Hunde können eine Strafe im Nachhinein nicht mehr mit ihrer Handlung verknüpfen.
Wenn ein Welpe angeschrien oder bestraft wird, verbindet er das Pinkeln nicht mit „falsch“, sondern häufig mit der Anwesenheit seines Menschen.
Der Hund denkt also nicht:
„Ich darf nicht in die Wohnung machen.“
Sondern eher:
„Ich darf nicht pinkeln, wenn mein Mensch dabei ist.“
Die Folge:
Das macht das Training zur Stubenreinheit oft deutlich schwieriger und verlängert den Prozess und das Vertrauen unnötig.
Sich zu erleichtern bedeutet für Hunde, kurz die Kontrolle abzugeben. Das ist auch der Grund, weshalb Hunde ihren Menschen beim Verrichten ihres Geschäfts oft anschauen – in diesem Moment sind sie besonders verletzlich und orientieren sich wie im Rudel an dir, um zu prüfen, ob alles sicher und in Ordnung ist. Ein unsicherer oder gestresster Hund hält deshalb oft zurück – besonders draussen, wo ohnehin viele Reize vorhanden sind.
Darum gilt:
Ein entspannter Hund lernt deutlich schneller und sicherer.
Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen.

Das hat einen natürlichen Grund:
Der Hund ist in diesem Moment am wehrlosesten und möchte sich vergewissern, dass du alles im Blick hast und für Sicherheit sorgst.
Deine Stimmung überträgt sich
Viele Halter beobachten den Hund draussen regelrecht:
Der Welpe spürt diese Spannung.
Oft passiert genau dann nichts.
Ist der Mensch hingegen entspannt oder in ein lockeres Gespräch vertieft, löst sich der Welpe plötzlich ganz von allein.
Deshalb:
Je entspannter du bist, desto leichter klappt es meist.
Hundehaltung bedeutet oft:
Die Box sollte:
Viele Welpen melden sich nachts:
Dann heisst es:
Eine schöne Möglichkeit:
Lass bereits beim Züchter ein getragenes T-Shirt oder ein Frotteetuch von dir liegen.
Dieses nimmt:
auf.
Nimm es beim Abholen mit und lege es:
Der vertraute Geruch gibt dem Welpen Sicherheit und erleichtert das Ankommen enorm.
Nähe ist am Anfang wichtig
Wenn es für dich stimmt, darf der Welpe anfangs auch sehr nahe bei dir schlafen.
Je mehr Nähe und Sicherheit ein Welpe anfangs bekommt, desto stärker wird oft die Bindung.
Keine Angst:
Der Hund braucht diese intensive Nähe vor allem als Baby und nicht zwingend für immer.
Wenn du den Welpen kurzfristig nicht beobachten kannst, kann ein Laufgitter hilfreich sein.
So richtest du es ein:
Hunde machen normalerweise nicht dort hin, wo sie schlafen.
Es wird Missgeschicke geben.
Darum:
Reinigung ist wichtig
Der Hund macht gerne dort wieder hin, wo es bereits nach Urin riecht.
Zum Reinigen eignet sich ein geruchsneutralisierendes Reinigungsmittel oder ein pflanzliches Desinfektionsmittel. Ich verwende seit vielen Jahren das NaVita-Multifluid. Wichtig ist, dass der Geruch vollständig entfernt wird.
Von Pinkelunterlagen halte ich persönlich wenig.
Warum?
Der Hund lernt dadurch:
„In die Wohnung machen ist erlaubt.“
Lernt der Hund hingegen von Anfang an:
mit dem Lösen zu verbinden, wird er glatte Böden und Unterlagen meist meiden.
Rüden beginnen ebenfalls in der Hocke
Viele glauben, Rüden würden von Anfang an das Bein heben. Das stimmt nicht.
Junge Rüden „bisseln“ anfangs ebenfalls in der Hocke. Erst mit zunehmender Geschlechtsreife beginnen viele Rüden, das Bein zu heben.
Typisch Rüde:
Später markieren viele Rüden zusätzlich. Das bedeutet:
Sie entleeren die Blase nicht komplett auf einmal wie viele Hündinnen, sondern setzen unterwegs mehrfach kleine Mengen Urin ab.
Viele fragen sich:
„Wie soll ich meinen Hund stubenrein bekommen, wenn ich arbeite?“
Die ehrliche Antwort:
Ein Welpe kann nicht mehrere Stunden alleine bleiben. Das Alleinebleiben sollte grundsätzlich langsam und Schritt für Schritt aufgebaut werden. Hunde sind Rudeltiere und für einen Welpen kann es höchst problematisch sein, plötzlich alleine gelassen zu werden. Im schlimmsten Fall entwickelt der Hund starke Verlustängste und kann später kaum mehr alleine bleiben, ohne zu bellen, zu jaulen oder die ganze Nachbarschaft auf Trab zu halten.
Du musst:
Gerade in den ersten Wochen braucht ein Welpe sehr viel Betreuung.
Passieren danach regelmässig weiterhin Missgeschicke, sollte man:
Viele Welpen haben beim Züchter bereits gelernt, wo sie ihr Geschäft verrichten dürfen.
Aber:
sind für das kleine Wesen oft sehr emotional und anstrengend.
Sei liebevoll mit deinem treuen Begleiter.
Mit:
wird dein Welpe lernen, stubenrein zu werden.
Ein Welpe, der bereits mit 10 Wochen nicht mehr in die Wohnung macht, ist meistens noch nicht wirklich stubenrein. Oft bedeutet es einfach, dass der Halter sehr aufmerksam ist, die Signale des Hundes früh erkennt und rechtzeitig nach draussen geht.
Timing ist beim Stubenreinheitstraining alles. Genau das macht die Sache aber auch anspruchsvoll – selbst für erfahrene Hundehalter.
Ich habe mein Leben lang Hunde und trotzdem hatte ich gerade bei zwei meiner drei Beagle sehr lange, bis es wirklich reibungslos funktioniert hat. Dabei musste auch ich lernen:
Jeder Hund ist anders.
Der eine versteht sehr schnell, was von ihm erwartet wird, während ein anderer deutlich länger braucht. Manche Hunde sind sensibler, andere schneller abgelenkt und wieder andere brauchen einfach mehr Zeit, bis sie körperlich und mental so weit sind.
Deshalb solltest du dich niemals verrückt machen lassen, wenn andere erzählen, ihr Welpe sei bereits nach wenigen Wochen stubenrein gewesen. Wichtig ist nicht, wie schnell es klappt, sondern dass der Hund ohne Druck, Angst und Stress lernen darf.

